Die entscheidende Frage

Von Selbstverantwortlichkeit und der Rolle, die eigene Willensentscheidungen spielen … und ob manche Fragen überhaupt sinnvoll gestellt sind. – Wir präsentieren diesmal einen Gastartikel unseres lieben Freundes Rudolf Stark, dessen l(i)ebensphilosophische Überlegungen zu ganz praktischen Auswirkungen auf das (Poly-)Leben führen:

  • „Woher weiß ich denn, ob ich poly bin?“
  • „Ist ja alles schön und gut, aber ich bin scheinbar einfach nicht poly!“

Zwei markante Kernaussagen, die ich die letzten Monate sehr häufig in der Diskussion rund um Polyamorie wahrnehme. Was im ersten Moment nach einer legitimen Frage klingt (und auch ich habe mir diese vor allem in schwierigen Situationen sehr oft gestellt), bereitet mir nun zunehmend Unbehagen.

„Bin ich polyamor?“ erweckt sehr leicht den Anschein, daß Polyamorie irgendeine quasi gottgegebene, zufällige oder natürliche Grundveranlagung ist, die (manche) Menschen in sich tragen … oder eben nicht.

Ich bin mir durchaus bewußt, daß ich mit meiner Sichtweise manchen Leser vor den Kopf stoßen könnte. Gut so. Denn es ist ein heikles Thema, das so ähnlich sogar schon im Rahmen eines Gerichtsverfahrens behandelt wurde und in weiterer Folge in der englischsprachigen Polyszene für heiße Grundsatzdiskussionen sorgte: http://www.thestranger.com/blogs/slog/2015/02/23/21769208/australian-judge-polyamory-not-a-sexual-orientation

Handelt es sich bei Polyamorie also um eine Art sexueller Orientierung, die vielleicht am ehesten mit der Frage nach Bi-/Homosexualität vergleichbar wäre? Poly zu sein wäre demnach etwas Unabänderliches, vielleicht von der Natur in den Genen Festgeschriebenes. Der Richter entschied in diesem Fall anders, argumentierte aber auf exakt derselben Ebene. Wie man sein Leben lebe, sei etwas anderes als die Frage, wie jemand ist.

more hearts question

Diese deterministische Mentalität des Denkens setzt bestimmte Grundprämissen voraus. Nämlich vor allem die, daß es ein statisches ICH, irgendein fixes Grundsetting einer Person gäbe, in dem die absolute Wahrheit ihrer Selbst verborgen wäre, die es nur freizuschaufeln und dann fleißig zu verteidigen gälte. Diese Sichtweise kann gefährlich schnell dazu führen, daß wir uns als Opfer des Schicksals oder reines Produkt unserer Gene betrachten und uns dadurch in keiner Weise mehr selbst für unser Handeln verantwortlich fühlen. Eines dieser angenommenen Grundsettings betrifft angeblich unsere Art und Fähigkeit des Liebens. Exakt das ist der Punkt, der mir Bauchweh beschert.

Unsere löbliche Tendenz, als Gesellschaft Minderheiten aller Art zu schützen, führt inzwischen mehr und mehr dazu, Opferbewußtsein zu schüren anstatt aufzulösen. Freie Willensentscheidungen der Lebensgestaltung haben in Diskussionen immer öfter das Nachsehen, als wären sie kaum relevant oder zu respektieren. An seinen Entscheidungen sei man ja „selber Schuld“. Was für ein perverser Kunstgriff, Eigenverantwortung in Schuld zu verwandeln…

Wohin solche Tendenzen führen können, läßt sich auf erschreckende Art bereits an US-amerikanischen Hochschulen ablesen: http://www.nzz.ch/meinung/political-correctness-in-den-usa-hexenjagd-auf-dem-campus-ld.90416

Kein Wunder also, daß auch in der vom Mainstream umstrittenen Polyamorie, die ja an vielen elementaren Glaubenssätzen und Weltbildern rüttelt, die Argumentation in exakt diese Richtung geführt wird. „Man könne nichts dafür, so zu sein“ wirkt auf mich regelmäßig wie eine faule Rechtfertigung, um sich in der eigenen Komfortzone einzuigeln. Das entschärft kritische Fragen von Außen offenbar bequemer als ein klares: „Ich habe mich bewußt für einen Lebensstil entschieden, der bei Dir scheinbar aneckt. Das ist schade, aber solange niemand dabei Schaden nimmt, geht es Dich bei allem Respekt einen Scheißdreck an, was erwachsene Menschen in gegenseitigem Einverständnis tun.“

Dabei sind die Gründe für die Betrachtungsweisen, man sei halt poly oder nicht, so wie man halt bi-/homosexuell sei oder nicht, durchaus nachvollziehbar, da es immer wieder ähnlich auslegbare Muster im Entwicklungsprozeß gibt.

In der Bi-/Homosexualität oder eben auch bei Vorreitern der Polyamorie, treten oft recht klare definierende Momente auf. Sei es das Verlieben in, oder die empfundene Lust für das gleiche Geschlecht, alternativ das Verlieben in mehrere Menschen. Es passiert für einige von uns einfach.

Da sich Menschen im chaotischen Dschungel des Lebens gerne an bereits vorhandenen Rollenmodellen, Vorbildern und Stereotypen orientieren, erwarten sie oft ein vergleichbar einprägendes Aha-Erlebnis, das den Weg in irgendeine Richtung beziehungsweise einen Lebensstil eindeutig vorgibt – als wären wir von allen möglichen Faktoren getrieben und kaum dazu in der Lage, selbst (mit-)zubestimmen, wie wir unser Leben aktiv gestalten wollen.

Und das sorgt immer öfter, gerade auch in der Poly-Community für Leidensdruck, wenn Menschen auf der Suche nach dieser angeblich ganz klar abgegrenzten Schwelle zwischen den Polaritäten (in diesem Fall zwischen polyamor ja/nein?) im Nebel herumstochern.

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Und tatsächlich, für oben erwähnte Pioniere scheint ein polyamorer Lebensstil oft ein Default-Zustand zu sein. Sie haben immer schon mehrere Menschen geliebt und können sich eine andere Weise ihrer Beziehungsgestaltung gar nicht vorstellen. Bei anderen hat es irgendwann Klick gemacht und ab da war alles anders.

Dieser Zugang ist verhältnismäßig leicht. Leicht insofern, als daß einem gewisse Grundsatzentscheidungen abgenommen werden, indem man durch seltsame Umstände des Lebens in Konzepte hineingeboren, oder, meist eher recht ruppig, -geworfen wird. Dafür kann man bekanntlich nichts, bald weiß man, wo man zuhause ist und beginnt, sich mit den neuen Herausforderungen und Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Es ist zu einem Teil der Ich-Identifikation geworden, wodurch sich neue Definitionen und Verhaltensregeln, wie bei Subkulturen nun einmal üblich, wie von ganz alleine ergeben.

Für viele Menschen, inklusive Meinerselbst, funktioniert das nicht ganz so simpel. Und liest man entsprechende Literatur genauer, wird man bemerken, daß Polyamorie für all die bekannten Namen der Szene meist einen ganzen Haufen Arbeit bedeutet und selten geschieht.

Klar, vor geraumer Zeit war bei mir nach einer intensiven Diskussion, auch plötzlich dieses Klick da, die Klarheit: „Ich lebe und liebe inzwischen polyamor!“ Nur der Weg dorthin war ein anderer als ein vorgegebener.

Und genau die Quintessenz dieser Erfahrung, den Auslöser für dieses HEUREKA!, möchte ich als Denkanstoß und Orientierungspunkt an Menschen weitergeben, die sich in welcher Form auch immer mit dem Thema Polyamorie beschäftigen oder damit konfrontiert werden.

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Vergessen wir das Schlagwort Polyamorie für einen Augenblick. Streichen wir sämtliche Konzepte, die wir dazu im Kopf haben. Einfach raus damit! Ich fange bei Null an und erlaube mir kurz einen Ausflug in abstraktere Gefilde.

Was im Folgenden im ersten Moment vielleicht allzu simpel klingt, ist tatsächlich genau das. So simpel, daß die allermeisten Entscheidungen des Lebens damit überprüft werden können. Ich benötige dadurch keine Ratgeber, keine externen Richtungsweiser, keine moralischen Grundsatzdiskussionen und innere, zweifelnde Machtkämpfe oder Leiden und Herzschmerz verursachende Hirnwichsereien mehr. Ich bin dadurch selbst zu meinem eigenen Leuchtturm innerer Autorität geworden, der mir den Weg auch durch die schlimmsten Untiefen und größten Krisen leuchtet.

Wie das funktioniert?

Ich treffe eine einzige, elementare Grundsatzentscheidung und all der Ballast, all der Mindfuck, beginnt sich nach und nach aufzulösen. Schluß mit dem Rumeiern, damit, hunderte Aspekte, Weltbilder und widersprüchliche Konzepte mitzudenken, die per Definition irgendwann ins Absurde führen und sich gegenseitig aushebeln.

Wird der Weg dadurch weniger steinig oder langwierig? – Ja und nein. Aber eines steht definitiv fest. Nie wieder treibe ich orientierungs- und hilflos umher und werde Spielball anderer. Selbstbestimmung statt Opferrolle wird zur Lebensgrundlage. Also ab ans Eingemachte, denn dafür muß ich für mich eben nur eine einzige Frage klären. Die allerdings bitteschön mehr als gründlich.

Was verstehe ICH ganz persönlich unter dem Begriff Liebe? Oder, etwas genauer: Welche Vision von Liebe (merke: NICHT von Interaktion / Partnerschaft / Sex) und Menschsein will ich in mir und vor mir hertragen und wie würde ich im Gegenzug gerne behandelt werden? Alle restlichen Konsequenzen ergeben sich daraus von ganz allein.

In meinem Fall lautet das so:

Ich wünsche meinem Gegenüber von Herzen alles Glück dieser Welt. Ich will, daß jeder Mensch sein gigantisches Potential frei entfaltet und in die Welt hinausgeht, um großartig zu sein. Und ich werde alles mir Mögliche tun, diese Personen dabei nach Kräften zu unterstützen, sofern sie dies wünschen. Und mit mir selbst fange ich dabei an.

Oder kurz: (Selbst-)Liebe, Menschsein und Freiheit gehen Hand in Hand, anstatt sich gegenseitig einzuschränken. Punkt. Aus. Ende.

Group of friends jumping

Worauf ich hinaus will, ist: Die paar Zeilen da oben, Liebe, Freiheit und Menschsein für sich einmal kurz, klar und mit aller Konsequenz zu definieren, als voneinander abhängige Faktoren zu erkennen und zu leben – DAS ist für mich Polyamorie in seiner grundlegendsten Form. Und das ist der einzige Maßstab, an dem ich mein Wirken in der Welt messen kann.

Alle anderen Detailfragen, zum Beispiel die nach bestimmten Beziehungsformen, mit wem ich jetzt wie oft und wann Sex habe, welche Regeln und Konzepte nun im Alltag bei Begegnungen daraus folgen … das ist mehr als zweitrangig. Für die praktischen Fragen und Hindernisse des zwischenmenschlichen Zusammenseins im Alltag kann ich gerne auch auf Ratgeber, Coachings oder die Unterstüzung von etablierten Netzwerken zurückgreifen. Aber die nervende und kraftzehrende Grundsatzfrage, ob ich denn nun poly bin oder nicht, wird schlicht hinfällig.

Tun und sein, das sind in meiner Welt zwei Seiten derselben Medaille, die sich gegenseitig bedingen und beeinflussen.

ICH entscheide, nach meinem eigenen Ideal von Liebe zu leben. Denn eines bleibt niemandem von uns erspart: Uns als vollmündige Menschen zu emanzipieren und eigene Wege, unsere eigenen Werte im Leben zu finden und immer neu zu formen, egal ob nun alleine, mit einem oder 17 Partnern.

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Die Sache mit dem Verlieben – Teil II

Über traurige Ritter in strahlender Rüstung und ferne Lichtblicke, vom Bedürfnis nach Bestätigung und der Sehnsucht nach sich selbst.

Im ersten Teil hat meine Liebste darüber geschrieben, wie das ungewollte Verlieben in mehrere Menschen oft der erste Schritt zur Beschäftigung mit nicht-monogamen Beziehungs-Konzepten sein kann. Hier versuche ich, anhand meiner persönlichen Erfahrungen mein Verständnis des Verliebens nachzuzeichnen.

Ich muß sieben oder acht gewesen sein, als ich mich zum ersten Mal verliebte. Sie war ein Jahr jünger als ich und hatte einen außergewöhnlichen Namen, den ich zuvor nie gehört hatte. Kurz nachdem ich mir erklärt hatte, daß das, was ich da fühle, wohl dieses ominöse Verliebtsein war, von dem in Büchern und im Fernsehen immer geredet wurde, fragte ich sie auch schon, ob sie mich heiraten wolle. Immerhin machte man das ja so, nicht wahr? Das hatte ich aus den Büchern und aus dem Fernsehen gelernt. – Sie meinte recht diplomatisch, daß sie dafür noch ein wenig zu jung sei, es sich aber überlegen würde. Wir sprachen nie wieder darüber.

kids in love

Hoffnungsloser Romantiker

Doch auch in der Zeit, als ich mich ernsthaft für das andere Geschlecht zu interessieren begann, veränderte sich meine unbewußte Haltung nicht wirklich: Ich verliebte mich (meistens von einer Sekunde auf die andere) und meinte dann, dieses Mädchen wäre jetzt diejenige, mit der ich für den Rest meines Lebens zusammen bliebe. Meistens hatte ich wochenlang nicht den Mut, ihr meine Gefühle zu gestehen, und wenn, dann war es in Form überschwenglicher Liebesbriefe – die unweigerlich zu belustigtem Unverständnis, Häme ihrer Schulfreundinnen und kopfschüttelnder Ablehnung führten. Ich verlor mich in Shakespeare-Sonetten, saß in vollkommenem Unglück stundenlang am Flußufer und verbrannte Fotos der Angebeteten in meiner Hand.

Irgendwann – und bis dorthin sollte es noch einige Jahre dauern – hatte ich den Schmerz und das Drama gründlich satt, die mit dem Verliebtsein scheinbar untrennbar einhergingen. Ich beschloß, mich nicht mehr zu verlieben. Liebe: Ja, die würde mir bleiben. Liebe war so groß und unantastbar, die konnte nicht verletzt werden. Auch das Ende einer Beziehung änderte nichts an der Liebe, die ich für einen Menschen empfand. Aber Verlieben … das schien mir (bei aller Schwärmerei, Hoffnungsfreude und träumendem Schweben) so tückisch, unwägbar und letztlich ins emotionale Elend führend, daß ich ihm entsagen wollte.

dying rose

Und mehr als einmal gelang es mir auch, die Notbremse zu ziehen und mich zu kontrollieren, wo ich mich vorher Hals über Kopf verliebt hätte. Ich fühlte mich in meiner Position der allumfassenden Liebe sicher. Von dort aus ergab sich auch meine polyamore Lebenseinstellung als selbstverständlicher nächster Schritt – denn natürlich konnte ich mehrere Personen gleichzeitig lieben. Dennoch konnte ich meinem Vorsatz nicht konsequent treu bleiben und verliebte mich immer wieder einmal. Dabei fiel mir auf, daß ich scheinbar keinen bestimmten „Typ“ bevorzuge … zumindest vom Aussehen her. Trotzdem wiederholten sich bestimmte Muster in meinem Verhalten. Und die interessierten mich.

Unbewußte Aspekte des Verliebens

So peinlich es klingt: Der rote Faden, der sich in meinem Fall durch alle Verliebtheitsepisoden zog, bestand aus der Suche nach der großen, unerwiderten Liebe. Es mußte eine Frau sein, die in Nöten schien, deren Zuneigung zu mir ich sentimental überhöhen konnte – und die ich letztlich nie erreichen würde, damit ich mein Selbstbild des elegisch leidenden, unverstandenen und einsamen Künstlers bestätigen konnte. Erst als ich dieses Muster bewußt reflektiert hatte, konnte ich auch deutlich sehen, wie ich andere, möglicherweise aussichtsreichere Gelegenheiten nicht zugelassen oder sie bedauerlicherweise nach kurzer Zeit beendet hatte.

Seither hat sich viel getan. Ich verliebe mich nach wie vor sehr schnell. Aber ich erlebe es in einer völlig neuen, sanften, befreiten Qualität und genieße es in vollen Zügen.

three roses

Durch die Beschäftigung für unsere Vorträge haben Emberiza und ich ein umfassenderes Verständnis für einige Abläufe des Verliebens entwickelt; mitunter wird unser Schwärmen für jemanden neben dem erotischen Begehren eben auch maßgeblich durch das Gefühl ausgelöst, vom anderen gesehen und bestätigt zu werden. Dieser Eindruck kann zum Beispiel durch die Bekräftigung einer oder mehrerer der folgenden unbewußten Bedürfnisse entstehen:

  1. Ich setze mich für eine bessere Welt ein, weil es sonst kaum jemand tut – und da gibt es noch jemanden, der meine Werte teilt.
  2. Ich werde nur geliebt, wenn ich mich für jemanden aufopfern kann und da ist jemand, der mich braucht.
  3. Ich weiß nicht, wer ich selbst bin, aber ich arbeite an meinem Image und da ist jemand, den ich damit beeindrucken kann.
  4. Ich bin nicht liebenswert und dieser Jemand wird mich darin bestätigen, damit ich mich weiterhin verlassen fühlen kann.
  5. Ich habe wenig Zugang zu meinem Körper und meinen Gefühlen, aber da gibt es jemanden, der mein Wissen schätzt und von dem ich annehme, daß er bereit ist, hinter meine Mauern zu blicken.
  6. Ich fühle mich permanent unsicher und bin bereit, mich diesem Jemand unterzuordnen, denn von ihm verspreche mir Sicherheit.
  7. Ich kann nur schwer mit mir selbst allein sein und von der Zeit mit diesem Jemand verspreche ich mir Spaß und Abwechslung.
  8. Ich kann meine weiche Seite nicht zulassen, sehe sie aber in anderen und da ist jemand, der beschützt werden muß.
  9. Ich versuche soweit wie möglich, allen Konflikten aus dem Weg zu gehen und da gibt es jemanden, bei dem ich mir Harmonie verspreche.

Diesen Kuß der ganzen Welt!

Solange wir beinahe zwanghaft diesen unbewußten Selbstbildern nachlaufen, besteht die Gefahr, Polyamorie als Ausrede dafür zu mißbrauchen, kindliche Bedürfnisse unreflektiert nachzunähren (in unseren Vorträgen gehen wir genauer darauf ein, wie das entstehen kann und welche Möglichkeiten wir sehen, konstruktiv damit umzugehen) … nicht umsonst heißt es ja, daß jede Beziehung einen Spiegel darstellt – und im Poly-Kontext ist es gleich ein ganzes Spiegelkabinett!

Doch je mehr unsere Projektionen nachlassen, um so eher sehen wir andere Menschen wirklich. Ähnlich wie Treue im Hinblick auf Polyamorie neu definiert wird, kann auch das Verlieben durch Bewußtmachen und Selbstliebe einen ganz neuen Charakter bekommen; es wird zu einem authentischen Ausdruck unseres Wesens. Denn schließlich bietet Polyamorie ja auch die Freiheit, sich in die ganze Welt zu verlieben …!

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Die Sache mit dem Verlieben – Teil I

Vom ungewollten Verlieben in monogamen Beziehungen, von Zweifeln, Ängsten und Dramen. Und vom Auflösen in der Liebe. – Ein emotionaler Reisebericht.

Verlieben – schön und gut: Schmetterlinge im Bauch, rosarote Brille und das „High“ auf Wolke 7. Sich Hals über Kopf in jemanden zu verlieben, ist wunderbar: Die Welt erstrahlt in neuem Glanz, alles fühlt sich irgendwie anders an und für eine Weile vergisst man alle Probleme und Sorgen. Anders ist das jedoch, wenn einen dieses Gefühl „heimtückisch“ erwischt und man davon eigentlich gar nichts wissen will … Stoff für Dramen gibt es dann, wenn man doch eigentlich schon „glücklich vergeben“ ist. In monogamen Beziehungen hat das Verlieben nichts zu suchen, es sei denn, es bezieht sich auf den schon vorhandenen Partner.

So bin auch ich – mehr oder minder unfreiwillig – in die Polyamorie gestolpert. Dem ersten Schock folgte das Verleugnen und kurze Zeit später die Unsicherheit: „Kann das überhaupt sein?“ Wie kann ich Gefühle für jemanden empfinden, wenn ich doch schon mit jemand anderem zusammen bin (und damit nicht mal unzufrieden)?!

Drama, Baby, Drama!

In der Schule hab ich darüber jedenfalls nichts gelernt. Beziehungen standen leider nie auf dem Lehrplan. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass meine erste polyamore Krise eigentlich schon viel früher stattgefunden hatte, nicht erst, als ich mich als Erwachsene zwischen zwei Männern zwischen den Stühlen fühlte. Ich erinnere mich an eine unschöne Geschichte in der siebten Klasse …

Zu dieser Zeit hatte ich eine beste Freundin und aus heiterem Himmel tauchte da plötzlich dieses andere Mädchen auf … Und ich habe wirklich mein Bestes gegeben, sie zu hassen, denn ich habe ja genau gespürt, welche Gefahr sie für die erste Beziehung darstellte. Es gibt nun Mal nur die eine beste Freundin! Nachdem mir und allen anderen klar wurde, dass ich meine freundschaftlichen Gefühle nicht länger verstecken konnte, wurde mir ein Ultimatum gestellt. Wie so oft, wenn es in zwischenmenschlichen Beziehungen zu diesem Schritt kommt, fällt es negativ auf denjenigen zurück, der sich dazu hat hinreißen lassen: Ich verließ meine erste beste Freundin und begann eine neue Beziehung mit der anderen. So endete zwar mein unerträglicher Loyalitätskonflikt, aber ich verlor auch die Verbindung zu einer Freundin, die mir viel bedeutete.

Die Sache mit der Loyalität

Es gibt Menschen, die sich in solchen und ähnlichen Situationen dazu genötigt fühlen, Geheimnisse zu haben und ein Doppelleben zu führen. Für mich kam diese Option nie in Frage. Auch nicht, als ich mitten in meiner mehrjährigen Zweierbeziehung plötzlich Gefühle für einen anderen entwickelte. Das romantische Ideal und – mehr noch – meine innere emotionale Verpflichtung einem geliebten Menschen gegenüber verbaten mir das Eingehen einer Affäre. Es war für mich einfach unvorstellbar, etwas so Bedeutsames und Tiefgehendes wie die Liebe mit Geheimniskrämerei und Lügen zu vermischen. Aber was blieb dann? Zunächst einmal Zweifel, Ängste und schlaflose Nächte.

Polyamorie als Lösung?

Es einfach aussitzen? Das kam mir auch nicht ehrlich vor. Ich gestand meine Gefühle in der Hoffnung, damit nicht mehr so allein zu sein. In erster Instanz aber gestand ich vor mir selbst und somit waren die Karten auf dem Tisch. Was aber als nächstes? In meiner Verwirrung und Unsicherheit war Google mein Freund. Immerhin konnte ich ja nicht der erste Mensch auf der Welt sein, dem das passierte. Also recherchierte ich: „Kann man mehr als einen Menschen lieben?“ tippte ich ins Suchfeld. Und tatsächlich – ich war nicht die Einzige! Auf den typischen Umwegen des Internets fand ich schließlich den Begriff Polyamorie.

Ich erinnere mich noch lebhaft an meine erste Reaktion, die ein Gemisch war aus Faszination, Ungläubigkeit und Abgestoßensein. Jetzt hatte ich zwar die Lösung für mein Problem, dafür aber gleich eine ganze Menge neuer …

Selbstbetrug statt Fremdgehen?

Die Reaktionen meines Umfelds waren denkbar ungut. Eine Freundin redete leidenschaftlich auf mich ein, das könne nicht der richtige Weg sein. Sie (und übrigens auch mein damaliger Partner) war felsenfest davon überzeugt, dass ich mich in einer unglückseligen Phase befände, die man aussitzen und überwinden müsse. Das Konzept „freie Liebe“ habe sich selbst überholt und überhaupt, das ginge doch nicht. Polyamorie war für sie nichts weiter als eine Ausrede, um es sich leicht zu machen: „Das sind doch alles nur Perverse, die beziehungsunfähig sind und mit möglichst vielen Leuten Sex haben wollen!“

Ich war verunsichert. Redete ich mir nur etwas ein? Hatte meine Freundin Recht mit ihren Bedenken? War das alles wirklich nicht mehr als eine billige Ausrede? Aber was war mit meinen Gefühlen? Mir einfach einzureden, was ich empfand, war nichts weiter als eine Laune, kam mir noch mehr wie Selbstbetrug vor.

Ich wünschte, ich hätte damals schon polyamore Menschen gekannt, die ich hätte fragen können. Ich fühlte mich sehr allein und plagte mich wochenlang mit innerer Zerrissenheit bis hin zum Selbsthass. Wenn alle Leute, die ich kannte, so negativ auf die Idee von polyamoren Beziehungen reagierten, schien ich (statistisch gesehen) im Unrecht.

Etwas Wasser den Berg hinunter …

Einige Jahre später sitze ich hier und erinnere mich halb schmunzelnd, halb bedauernd an diese Zeit zurück. Die Freundin, die mir damals riet, die fixe Idee von Polyamorie zu vergessen, ist mir fremd geworden. Und der Mann, mit dem ich so lange zusammen war, ist nicht mehr der Mittelpunkt meines Daseins. Wohin hat mich das alles nun also geführt?

Polyamorie ist eine verrückte Sache. So viel ist sicher. Ich hätte mir früher nie vorstellen können, zwei Menschen zur selben Zeit zu lieben. Jetzt weiß ich, dass ich das tue – und zwei ist in dem Fall eine starke Untertreibung! Ich habe mich eigentlich nicht sehr verändert (jedenfalls nicht im Inneren), dafür aber meine Vorstellung von dem, was Liebe und Verliebtsein für mich bedeutet. Das Verrückteste an dem Ganzen ist aber, dass ich jetzt sogar Menschen liebe, mit denen ich nicht mal eine Beziehung führe. Den Exfreund zum Beispiel, der in dem vergangenen Drama erst sein wahres Gesicht gezeigt hat und sich alles andere als liebenswert verhalten hat. Oder die Freundin, die den Kontakt zu mir abgebrochen hat. Oder einen Wildfremden an der Bushaltestelle, dem ich in die Augen sehe und nicht anders kann, als zu lieben.

Liebe ist mehr als der Beziehungsstatus auf Facebook. Und mehr als ein Ring am Finger. Liebe ist Wahrheit – und damit auch mehr als die kindliche Projektion auf einen Menschen, der mich für die Verletzungen der Vergangenheit entschädigen und mich vor Schmerz in der Zukunft beschützen soll. Mehr als meine Angst vor Verlassenheit, mehr als die ständige Reproduktion alter Verhaltensmuster in immer „neuen“ Beziehungen, von denen ich mir jedes Mal aufs Neue mein Seelenheil verspreche (Stichwort: serielle Monogamie) und mein Glück von (einem) anderen Menschen abhängig mache.

Und am Ende?

Am Ende bin ich mir selbst näher gekommen. Egal wen ich liebe oder wer mich liebt. Und dafür sind wir ja hier, oder nicht? In diesem Sinne einen schönen Valentinstag und frohes Verlieben!

Eifersucht – ein gefährlicher Cocktail

Eifersucht hat viele Gesichter. Aber was genau ist dieses Gefühl und warum scheint es die Macht über uns zu haben, und uns bei Zeiten sogar regelrecht kontrollieren zu können? Eine Spurensuche.

Eifersucht als „Echtheitszertifikat“ der Liebe

Glaube den Leuten nicht, die behaupten, niemals eifersüchtig gewesen zu sein. Sie haben in Wahrheit nie geliebt.

So sagt ein Sprichwort. Und so ist es in den Köpfen Vieler fest verankert und kaum jemals hinterfragt worden. Eifersucht gilt landläufig als eine Leidenschaft, die zwar wehtun mag, einem in Liebes- und Beziehungsdingen dafür aber einen vermeintlichen Beweis für die Echtheit von Gefühlen liefert.

Eifersucht als „Kulturgut“

Eifersucht begegnet uns in unseren Leben schon sehr früh. Zum Beispiel in Form des kindlichen Liebesneides, den Erstgeborene erfahren, wenn sie die Zuneigung der Eltern plötzlich mit Geschwistern teilen müssen.

Aber auch später noch, in den zahllosen Hollywood-Dramen und Romantic Comedies, begegnet sie uns als normaler, unhinterfragter Bestandteil unseres Gefühlslebens. Und wir empfinden Sympathie und Verständnis für die Figuren auf der Leinwand, wenn sie sich in tiefste Depression hinein steigern oder in blinde Raserei verfallen.

Dadurch scheint uns, die Eifersucht sei Teil der Liebe. Als sei es immer schon so gewesen und als könne es nicht anders sein. Man denke nur an frühere Zeiten, in denen sich Gentlemen ganz selbstverständlich und einem strengen Regelkodex folgend im Morgengrauen zum Duell gegenüber standen. Tod inklusive.

Gerade Menschen in polyamoren Beziehungen kennen Eifersucht als Faktor für Unsicherheit und Ängste. Für viele ist sie einer der größten Stolpersteine auf dem Weg, die Beziehung zu öffnen. Für monogam Lebende ist das Schlagwort Eifersucht nicht selten das beste Argument, sich nicht auf unbekanntes Beziehungsterrain vorzuwagen: „Ich könnte mir das nie vorstellen … dafür wäre ich viel zu eifersüchtig!“

Hier kommt ein häufiges Mißverständnis zum Ausdruck: Polyamorie fordert überhaupt nicht, dass man nicht eifersüchtig sein dürfe – vielmehr geht es um die Bereitschaft, die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen.

Eifersucht als Ausrede

Eifersucht ist eine Leidenschaft,
Die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. (Friedrich Schleiermacher)

Eine andere Sicht auf Eifersucht wird möglich, wenn man sie nicht länger, so wie es unsere Gesellschaft gemeinhin tut, als Liebesbeweis legitimiert. Aber was ist sie dann?

In unseren Augen handelt es sich dabei um eine Art emotionales Phantom. Denn „die“ Eifersucht gibt es gar nicht! Stattdessen subsumiert der Eifersüchtige gleich einen ganzen Cocktail an mehr oder weniger bewusst erlebten Gefühlen und verpasst diesem höchst individuellen Gemisch dann einfach den Aufkleber „Eifersucht“.

Eifersucht als Deckmantel

Wenn jemand sagt, er sei eifersüchtig, glauben wir auf der Stelle zu wissen, wovon er oder sie redet. In Wahrheit aber fühlt jeder etwas ganz eigenes; es ist nur so, dass wir uns kollektiv auf eine Schnittmenge geeinigt haben, die wir dann Eifersucht nennen. Aber warum?

Was sich im Geheimen dahinter versteckt, hat seinen Ursprung in Angst und letztlich in mangelnder Selbstliebe. Das Etikett „Eifersucht“ wird allgemein akzeptiert und als Zeichen der Liebe umgedeutet, um sich vor dem zu schützen, was sich tatsächlich hinter ihr verbirgt.

Und in vielen Fällen ist es einfacher, diese negativ empfundenen Gefühle zu externalisieren und auf den Partner zu projizieren, anstatt sich mit den eigentlichen Ursachen auseinander zu setzen, die ihre Wurzeln bis in unsere ersten Lebensjahre zurück erstrecken.

Was die Eifersucht eigentlich verkörpert, ist Angst, die als existenziell bedrohlich empfunden werden kann, die Furcht davor, verlassen zu werden und ein tief empfundener Mangel in der Liebe zu sich selbst. Der oder die Partner sind nur die Auslöser oder Trigger, nicht aber der wahre Ausgangspunkt. Und genau deshalb kann man ihr auch nur wirklich beikommen, wenn man sich sich selber zuwendet und aufhört, die Schuld beim Gegenüber zu suchen.

Weiterführend:

Von der Nacktheit der Liebe

Von der Angst sich zu entblößen, die über die körperliche Ebene hinausgeht und bis in die tiefsten Ebenen unserer selbst hinein reicht. Und vom Mut, sich selbst in der Liebe zu zeigen.

Bloße Liebe

Dass Liebende sich dazu entscheiden, ihre Beziehung zu öffnen und Intimität nicht nur auf „den oder die Eine(n)“ zu beschränken, stößt manche vor den Kopf. Dementsprechend können die Reaktionen ausfallen, mit denen sich Menschen in polyamoren Beziehungen auseinandersetzen müssen.

Oft ist die Vorstellung von zwischenmenschlichen Beziehungen jenseits von anerzogenen Konventionen und Normen derart beängstigend und irritierend, dass alles Mögliche und Unmögliche hinein projiziert wird. So wird daraus mitunter etwas Obszönes, Zweifelhaftes gemacht.

So wie Adam und Eva lernten, „ihre Scham“ zu bedecken – also die Nacktheit ihrer Körper vor einander zu verhüllen – so gingen auch wir dazu über, einen wesentlichen Teil unserer selbst vor dem anderen zu verbergen. So wie wir glauben, uns für unsere Körper schämen zu müssen, genauso meinen wir, dass es Teile in uns gibt, die wir verschleiern müssten. Einfach weil sie nicht angebracht zu sein scheinen, nicht vorzeigbar sind.

So geht es vielen Menschen, wenn sie sich etwa zu jemandem hingezogen fühlen, der nicht der eigene Partner ist. Diese Gefühle werden negiert und ausgeblendet, weil sie einer allgemeinen Konvention nicht entsprechen, die wir zu unserer persönlichen gemacht haben. So, wie kaum jemand auf die Idee käme, sich inmitten einer Menschenmenge einfach auszuziehen und sich nackt zu zeigen, so selten kommt es vor, dass wir uns emotional „die Blöße geben“.

Deckmantel der Entfremdung

Das Feigenblatt ist über die Jahrhunderte hinweg Sinnbild für Scham, Sünde und den Verlust der Unschuld geworden.

Später verwendete man es im christlichen Abendland bis in die Neuzeit hinein als Leerstelle, um die Geschlechtsteile in Kunstwerken zu verbergen. In einigen Fällen wurde dieser Akt der Verhüllung tatsächlich auch noch nachträglich vorgenommen. Ein Beispiel dafür ist die Kopie der Davidstatue des Michelangelo. Sie wurde im Nachhinein mit einem speziell dafür angefertigten Feigenblatt aus Gips versehen, „zur Schonung des Schamgefühls“ besonders weiblicher Betrachter.

Über die Zeiten hinweg entwickelte sich das Feigenblatt im weiteren Sinne zu einer Metapher, die zur Verschleierung des Obszönen oder als Deckmantel für „unschickliche“ Sachverhalte hergenommen wurde. Davon zeugt heute noch unser Sprachgebrauch, wenn wir beispielsweise sagen, dass sich jemand „kein (Feigen-) Blatt vor den Mund nimmt“.

Kokon der Angst

Wenn wir heute versuchen, uns „nackt“ zu zeigen, in einem Sinne, der über die Freikörperkultur hinausgeht und sich auf unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse erstreckt, sehen wir uns mit einer Vielzahl von „Hüllen“ konfrontiert, die sich in Schichten über unserem eigentlichen Wesen abgelagert haben. Es kann sein, dass diese Schutzschichten mit der Zeit derart verkrustet und verhärtet sind, dass wir den Zugang zum eigenen Inneren s6gar verloren zu haben scheinen oder gar vergessen, wer wir eigentlich sind.

So wie wir unserer Körper- und Sinnlichkeit kollektiv entfremdet worden sind, sodass uns Scham und Schuld als Umgang damit als ganz normal und angebracht erscheinen, so können uns auch die eigenen Gefühle falsch und verwerflich vorkommen, sobald sie nicht den allgemein akzeptierten Ansichten entsprechen.

So wird unser inneres und äußeres Nacktsein, das uns doch eigentlich miteinander verbindet und uns ermöglicht, uns selbst im anderen zu sehen, zum Faktor der Abgrenzung und Isolation.

Hüllenlos lieben

Wenn wir den Mut finden können, uns unserer Hüllen zu entledigen, haben wir die Chance, etwas in uns zu entdecken, das so viel größer ist als die Kategorien der Norm und Konventionen. Die Entscheidung, sich von den eigenen Deckmänteln zu befreien, kann einen Prozess einläuten, der uns verwandelt und über die eigenen Schranken hinauswachsen lässt und der in seiner Grenzenlosigkeit der Liebe an sich entspricht.

Einander erkennen

In diesem Sinne ist Polyamorie ein Weg, der von immer mehr Menschen beschritten wird, um sich aus der eng geschnürten gesellschaftlichen Korsage von „Richtig oder Falsch“ zu lösen.

Polyamorie ist eine Möglichkeit, die Schleier zu heben und einen Raum zu eröffnen, in dem wir der Liebe mit Bewusstheit und Selbstverantwortung begegnen, anstatt uns in Projektionen und Opfergefühlen z4 verstricken. Indem wir erkennen, dass Liebe ihrem Wesen nach nicht quantitativ, nicht begrenzend und nicht reglementierend sein kann, öffnen wir die Augen nicht nur für eine gänzlich neue Perspektive, sondern für eine größere Vision und Version unserer selbst.